Interview mit Rasta Thomas und Adrienne Canterna

künstlerische Leiter



Welches Konzept verfolgt die Show BEST OF - ROCK THE BALLET?

Rasta Thomas: BEST OF - ROCK THE BALLET zeigt die besten Szenen aus dem Rock the Ballet - Original, aus Rock the Ballet 2, der aktuellen Show vom Londoner West End sowie ein paar vollkommen neue und aufregende Sequenzen, die nie zuvor zu sehen waren! die BAD BOYS of DANCE werden das Publikum auf den Tanz-Trip ihres Lebens entführen!

Welche Erfahrungen hast Du mit Rock the Ballet in den vergangenen Jahren gemacht?

Adrienne Canterna: Meine Erfahrungen mit Rock the Ballet gehören zu den besten meines Lebens. Mit einer Show wie dieser die Welt zu bereisen, war die Erfüllung eines Traums, und ich genieße die Erinnerungen daran. Die Fans zu erleben, das Gefühl auf der Bühne beim Schlussapplaus – einfach alles. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Bad Boys of Dance gibt es 2016 schon seit neun Jahren. In der Rückschau: Ging Euer Konzept auf? Habt Ihr das Ballett rocken können? Und was hat sich während dieser Zeitspanne an Eurer Arbeitsweise geändert?

AC: Ich wollte einen Tanz für die Zukunft kreieren, damit das Publikum immer wieder neugierig unsere Shows besucht. Meine Ideen ändern sich, aber mein Ziel bleibt: Die Zuschauer sollen einen Abend erleben, den sie niemals vergessen werden.

Wie veränderte Rock the Ballet Dein Leben?

AC: Rock the Ballet veränderte alles in meinem Leben! Es hat meine Augen und mein Herz für vollkommen neue Möglichkeiten geöffnet. Es motiviert mich, auch in anderen Bereichen mein Bestes zu geben.

In Rock the Ballet tanzten jeweils sechs Männer und eine Frau, wird es dabei bleiben?

RT: Ja, die Besetzung wird in dieser Konstellation beibehalten.

Wie beurteilst Du Deine persönliche Entwicklung als Choreografin?

AC: Meine Tänzer waren und sind immer eine Inspirationsquelle für mich. Und ich hoffe, ich werde mich zu einer Choreografin entwickeln, deren getanzte Geschichten auch dann noch erzählt werden, wenn ich schon nicht mehr bin!

Gibt es typische Adrienne-Canterna-Bewegungen, die Dich als Choreografin unverkennbar machen?

AC: Das kann ich nicht beurteilen, da müsste man meine Tänzer fragen.

Rasta, inwiefern hast Du mit den Choreografien zu tun?

RT: Die choreografische Arbeit liegt allein in Adriennes Händen. Ich konzentriere mich auf die Inszenierung der Show, damit sie als Ganzes eine runde Sache wird, auf die wir alle stolz sein können.

Könnt Ihr mit Rock the Ballet und den Bad Boys of Dance Eure künstlerischen Talente und Träume ausleben?

RT: Das will ich meinen! Ich habe die Bad Boys of Dance gegründet, um die bisherigen eng gesteckten Grenzen dessen, was Ballett sein kann, zu erweitern, und daran werde ich auch zukünftig arbeiten!

Rock the Ballet ist inzwischen so etwas wie eine Marke. Kann man sagen, dass es eine Art tänzerisches Lebensmotto wurde?

RT: Ja, durchaus. Es spiegelt unsere Haltung zum Leben wider und ist eine Art Credo.

Vermisst Ihr manchmal das reine klassische Ballett?

RT: Nein. Ich liebe Ballett, und in meinem klassischen Training beschäftige ich mich täglich mit dieser Technik. Wir hoffen, dass unsere Show Romeo And Juliet ein zeitgenössischer Klassiker werden wird!

Wollt Ihr weiterhin gezielt ein junges Publikum mit Euren Tanzshows ansprechen? Was zeigte die Erfahrung: Wer kommt in Eure Shows?

RT: Wir freuen uns über jeden im Publikum, egal in welchem Alter, und wir werden immer unser Bestes geben, die Zuschauer zu unterhalten.

Ihr seid beide mittlerweile über 30. Was verändert sich für Euch dadurch? Die Tänzer, die Ihr engagiert, sind teilweise Anfang 20. Der Altersabstand wird größer – ist das ein Problem?

AC: Die Situation ist in allen Tanzensembles der Welt ähnlich: Es gibt Tänzer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren. Mit dem Älterwerden kommt Reife, künstlerische Tiefe, größere Professionalität und zunehmende Stärke. Wir alle lernen mit- und voneinander, unabhängig vom Alter. Einige der weltbesten Tänzer sind 30 plus, und sie sind eine große Inspiration für alle anderen.

2013 wurde Romeo And Juliet in Hamburg uraufgeführt, zum ersten Mal habt Ihr eine Geschichte erzählt. Was ist leichter: ein Nummernprogramm zu choreografieren oder eine Story?

AC: Eine zeitlose Tragödie wie die von Romeo And Juliet zu choreografieren, habe ich mir gewünscht, seit ich denken kann. Das war anspruchsvoller, aber auch aufregender für mich, denn ich konnte jede einzelne Figur allein durch Bewegungen charakterisieren.

Rock the Ballet hingegen machte so viel Spaß, weil es mich herausfordert, Bewegungen auf Basis der klassischen Tanztechnik zu finden, die athletisch, kraftvoll und sexy sind.

Adrienne, Du bist weiterhin als Tänzerin auf der Bühne. Wie vereinbarst Du das Tanzen mit dem Choreografieren?

AC: Ich mag es sehr, gleichzeitig Choreografin und Tänzerin zu sein. Es ist wie ein Geschenk, dass ich die kreierten Bewegungen auch selbst ausführen kann. Das motiviert mich, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Wie lange möchtest Du auf der Bühne tanzen?

AC: So lange wie möglich!

Musst Du als Choreografin den Tänzern die Schritte perfekt vormachen können?

AC: Nein, nicht unbedingt. Ich muss die Bewegung zuerst in mir spüren, und wenn ich sie vormachen kann, hilft das natürlich im Prozess des Vermittelns an die Tänzer.

Wie entwickelst Du Choreografien? Gibt es dazu Aufzeichnungen? Entwickelst Du sie mit den Tänzern gemeinsam? Wie sind die Arbeitsschritte?

AC: Die Schritte entstehen ganz organisch, entweder in meinem Kopf oder bei den Proben im Studio; manchmal finde ich sie allein, manchmal gemeinsam mit den Tänzern. Den größten Teil dieses kreativen Prozesses halte ich per Aufzeichnung fest, damit ich weiß, in welcher Phase ich mich befinde und wohin es gehen soll. Mich inspiriert sowohl die Musik als auch die Geschichte, die ich erzählen will. Schritte zu finden, fühlt sich absolut natürlich an, ich denke sozusagen in Tanz. Es ist immer Bewegung in meinem Kopf!

Das Fundament der Show Rock the Ballet bilden unterschiedliche Tanzstile. Sucht Ihr bei der Erarbeitung einer neuen Show nach neuen Tanzstilen, die Ihr vorher noch nicht genutzt habt?

AC: Ballett wird immer unsere Basis bleiben. Und wir werden auch in Zukunft andere Stilrichtungen mit dieser Basis verbinden, beispielsweise Street Dance, Gesellschaftstanz, akrobatische Elemente und noch vieles mehr…

Wird der Filmemacher Josh Hardy wieder für die Videoprojektionen verantwortlich sein?

RT: Ja, er wird mit seinen einzigartigen Animation wieder zum Team gehören und die Projektionen gestalten.

Mit Rock the Ballet wollt Ihr nach eigener Aussage dem Publikum eine gute Show bieten. Was macht für Euch eine gute Show aus?

RT: Gute Energie, tolle Musik und großartiger Tanz ergeben eine gute Show!